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Arbeitsaussichten für den Ingenieur Beruf
Der aktuelle Artikel befasst sich mit den Arbeitsaussichten für Ingenieure. Wir haben recherchiert, wie es um den Beruf des Ingenieurs im Jahre 2020 steht und dabei viele interessante Antworten gefunden. Wir haben in den letzten Beiträgen bereits berichtet, dass der Ingenieurberuf einer der vielfältigsten ist. Daher kann man ihn auch bei der Betrachtung der Arbeitsaussichten nicht immer pauschalisieren.

Seit mehreren Jahren schon boomt der Beruf des Ingenieurs. Das hat zur Folge, dass sich sehr viele Studienanfänger in diesem Bereich einschreiben. Doch trotz wachsender Absolventenzahlen fällt die Arbeitslosenquote geringer aus als in jeder anderen Berufsgruppe. Die Folge der anhaltenden positiven konjunkturellen Entwicklung in den High-Tech- und Science-Branchen sind immer noch rosige Karriereperspektiven für Ingenieure. Man spricht 2020 zwar nicht mehr von „Fachkräftemangel“ wie noch vor ein paar Jahren, doch die Zahl der offenen Stellen von aktuell ca. 80.000 beweist, dass der Ingenieurberuf nach wie vor mehr als gefragt ist.  
Ganz besonders in der Fahrzeugtechnik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Elektrotechnik und im Bauingenieurwesen fehlt es an qualifiziertem Personal. Aber auch in den anderen Ingenieurdisziplinen werden mehr Spezialisten benötigt als vorhanden sind. Auf einen arbeitslosen Ingenieur kommen aktuell 6 freie Stellen.  

Arbeitsmarkt und Branchen für Ingenieure
Die klassischen Branchen umfassen Fahrzeugbau, Werkzeugtechnik, Bauingenieurwesen und Werkstofftechnik, um nur einige zu nennen. Die Maschinenbau- und Anlagenbau Branche beschäftigt zurzeit die meisten Ingenieure und ist damit mit Abstand Ingenieurarbeitgeber Nummer 1.  Deutschland ist nach wie vor eine Industrienation. Die deutsche Maschinenbaubranche gehört zu den Top 3 der Welt und die Automobilindustrie ist mit einem Jahresumsatz von 426 Milliarden Euro Weltmeister. Die Elektroindustrie vergrößert sich rasant. Das liegt nicht zuletzt an der zunehmenden Digitalisierung im Bereich Maschinenbaus, Smart Grid (intelligentes Stromnetz) und der Industrie 4.0. Zurzeit gibt es ca. 890.000 Beschäftigte in der Elektroindustrie. Auch der Arbeitsmarkt für Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau bietet weiterhin gute Karriereperspektiven. Im Jahr 2018 gab es etwa 130.000 Maschinenbauingenieure, was einem Wachstum von 11% seit 2004 entspricht. Das kann nicht jede Branche von sich behaupten.  
Doch betrachten wir das Thema ein wenig genauer.  

Maschinenbau
2019 erhielten Maschinen- und Anlagenbauer ein durchschnittliches Jahresgehalt von etwa 65.000 €. Die klassischen Bereiche in dieser Position sind Konstruktion und Produktion von Maschinen jeglicher Art. Branchen wie Antriebs- und Fördertechnik, Land- und Energiewirtschaft oder Bergbau sind unter anderem in der Statistik berücksichtigt.  
Die Tätigkeitsfelder haben sich bei den Maschinenbauingenieuren in den letzten Jahrzehnten um ein vielfältiges geändert. Neue Bereiche, abgleitet aus der technischen Entwicklung der letzten Jahre, sind hinzugekommen. Robotik, Mikrosystemtechnik, Mess- und Steuerungstechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik sind nur einige Beispiele der neuen Bereiche. Absolventen aus dem Bereich Maschinenbau stehen vielseitige Möglichkeiten offen. Daher würden wir empfehlen, sich schon bereits im Studium ausführlich zu informieren, um bereits früh Weichen zu setzen für eine mögliche Spezialisierung.

Elektrotechnik
Das ist die Ingenieurdisziplin mit der größten Interdisziplinarität. Informations- und Kommunikationstechnik, Elektrizitätswirtschaft, Maschinenbau, Verfahrens-, Fahrzeug-, Umwelt-, und Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik all diese Bereiche stellen den Oberbegriff Elektrotechnik dar. Hier sei zu sagen, dass die Elektrotechnik als Schlüsseltechnologie gilt und unverzichtbar ist, um mit dem Fortschritt und den Anforderungen der heutigen Zeit Schritt halten zu können. Innovationen wie Elektromobilität, Smart Grids, Mikrotechnik oder Embedded Systems sind ohne die heute gut ausgebildeten Elektroingenieure nicht denkbar. Diese Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Teamgeist, denn meist arbeiten viele Abteilungen an vielen Standorten und Ländern zusammen. Die besten Chancen auf dem Gebiet haben also Teamplayer mit Spezialisierungen in gefragten Zukunftstechnologien und Reisebereitschaft.
Die Branche entwickelt sich rasend schnell. Laut dem Verband der Elektrotechnik werden in den nächsten 10 Jahren 100.000 zusätzliche Elektroingenieure benötigt.

Verfahrenstechnik  
Die Verfahrenstechnik ist das Ingenieursfach mit dem höchsten Bezug zu den Naturwissenschaften wie Physik, Chemie und Biologie. Ursprünglich war der Beruf in der chemischen Industrie angesiedelt, daher gibt es viele Überschneidungen zu den Tätigkeitsfeldern eines Chemieingenieurs. Die üblichen Einsatzgebiete eines Verfahrenstechnikers sind Maschinenbau, aber auch die Pharma-, Chemie-, Lebensmittel-, Medizin- sowie Energie- und Umwelttechnik. Besonders gefragt ist der wachsende High-Tech- Bereich wie die Bio- und Nanotechnologie. Daher sind in diesem Bereich besonders sehr technikversierte Problemlöser angesagt, die auch naturwissenschaftliches Wissen gut anwenden können.  

Gesamt betrachtet bietet der Arbeitsmarkt mit einer extrem geringen Arbeitslosenquote von 2,5% sehr gute Karrierechancen für Ingenieure. Die Nachfrage der Unternehmen ist groß und die Anzahl der Beschäftigten steigt nach wie vor von Jahr zu Jahr. Neue Arbeitsplätze bringen Trends wie Industrie 4.0, KI, umweltfreundliche Technologien, erneuerbare Energien und viele andere.  Aktuell sind in die meisten offenen Stellen in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und NRW.  
Die häufigsten davon sind, schon wegen der Größe des jeweiligen Fachbereichs, im Maschinenbau, der Elektrotechnik und dem Bauwesen. Gerade im Bauingenieurwesen wachsen die Chancen auf eine Anstellung stetig. Durch Trends wie Smart Cities wächst die Anzahl der freien Stellen, während die Zahl der Absolventen seit einigen Jahren rückläufig ist. Vor allem im Brückenbau werden in allen Bundesländern dringend Ingenieure gesucht.  
In der Vergangenheit wurde die Befürchtung laut, dass es in einigen Jahren einen enormen Fachkräftemangel an Ingenieuren geben wird. Das ist durch die hohe Anzahl der Einschreibungen und Absolventen nicht eingetreten. Um den Beruf ist ein regelrechter Trend entstanden. Jedoch ist die Branche bekanntlich sehr vielseitig und so fehlen in besonderen Bereichen händeringend Spezialisten. Nachwuchsprobleme haben zum Beispiel das Bauwesen, die Forschung und teilweise auch die produzierende Industrie. Durchschnittlich kommen zwei offene Stellen auf einen arbeitslosen Ingenieur. In einzelnen Bereichen wie der Chemischen Industrie, der Automobilbranche und der Luft- und Raumfahrtindustrie lässt sich in Teilen immer noch von Fachkräftemangel sprechen. Jedoch ist das herbeigeführt durch besondere Spezialisierungen, die die Ingenieure in diesen Sparten vorweisen müssen.  
In dem Beitrag haben wir die Entwicklung am Ingenieurarbeitsmarkt zum Jahresbeginn 2020 beleuchtet, unsere Expertise stützt sich auf Studien aus dem Januar und Februar. Aktuell ist nicht absehbar, wie die Corona Pandemie sich auf diesen Arbeitsmarkt auswirkt. (Stand 09/2020)


Quellen: jobvector.de, Blickpunkt Arbeitsmarkt 2019, Bundesagentur für Arbeit, Ingenieurmonitor 2019, Quartal III, Ingenieur.de, Institut der deutschen Wirtschaft e.V., get-in-engeneering.de  


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