RAMI 4.0 als Basismodell der Industrie 4.0

 Wie schon einige Male erwähnt, steht der Begriff der Industrie 4.0 für die vierte industrielle Revolution. Eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Durch die Verbindung von Menschen, Objekten und Systemen entstehen dynamische, echtzeitoptimierte und sich selbst organisierende, unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetzwerke, die sich nach unterschiedlichen Kriterien wie Kosten, Verfügbarkeit oder Ressourcenverbrauch, optimieren lassen. In anderen Beiträgen können Sie genau nachlesen, worum es sich handelt.

Doch diese Woche möchten wir uns mit dem sogenannten Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0, kurz RAMI 4.0, beschäftigen. Das RAMI 4.0 stellt als dreidimensionales Schichtenmodell eine grundlegende Architektur für Industrie 4.0 unter Verwendung eines ausgeklügelten Koordinatensystems dar. Das Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 wurde als DIN SPEC 91345 als Standardisierung zugeführt. Es ermöglicht neben der Architektur technischer Gegenstände, sogenannter Assets, in Form von Schichten (auch Layers genannt) deren Beschreibung, Lebenslauf und Zuordnung zu technischen beziehungsweise organisatorischen Hierarchien.

Das oben erwähnte Koordinatensystem des kubischen Schichtenmodells besteht aus drei Achsen, die den dreidimensionalen Raum symbolisieren und auf denen die Hierarchie-Stufen einer über das Internet vernetzten Fertigungsanlage, der Lebenszyklus von Anlagen und Produkten sowie IT-Repräsentanz einer Industrie 4.0-Komponente beschrieben werden. Als Grundlage hierfür fungiert das bereits etablierte Smart Grid Architecture Model, kurz SGAM, welches die Energie-Erzeugung und Verteilung in den Mittelpunkt stellt.

Mit RAMI 4.0 wurde ein branchenübergreifendes Modell geschaffen, welches als Diskussionsgrundlage dient und ein gemeinsames Verständnis für Standards, Normen und praktische Fallstudien schafft. Es ist also die wichtige Basis der Kommunikation.

Man könnte es ebenfalls als dreidimensionale Landkarte betrachten, die eine strukturierte Herangehensweise an das Thema „Industrie 4.0“ beschreibt. Denn das Modell sorgt dafür, dass alle Teilnehmer miteinander kommunizieren können und jeder weiß, wovon er spricht. So können die kompliziertesten Pläne in eine einheitliche Sprache übertragen werden. Um das leisten zu können, gehört vorab die Festlegung von Begrifflichkeiten und eine Methodik mit Regeln zur Beschreibung der physischen Welt zum Zweck der Reflexion in die Informationswelt.

 

An diesem Beispiel der Plattform Industrie 4.0 und ZVEI lässt sich das Modell wunderbar visualisieren:

 

RAMI 4.0 Ebenen

 

Eine Grundvoraussetzung zur Spiegelung eines Gegenstandes in die Informationswelt ist die Beschreibung seiner Eigenschaften. Gefordert wird eine eindeutige Benennung der Eigenschaften eines Gegenstandes in der physischen Welt, damit diese in der Informationswelt gespiegelt werden kann.

Es reicht nicht, ein Asset nur mit einem Merkmal zu beschreiben. Jedes Asset hat bestimmte fachliche Funktionen und besondere Eigenschaften, die in den Ebenen von RAMI 4.0 beschrieben werden.

Die Lebenslauf-Achse des besagten Modells charakterisiert das Asset mit bestimmten Zuständen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit während seines gesamten Lebens. Das bedeutet, dass für jedes Asset eine Art Lebenslaufakte geführt werden muss die, während seines gesamten Lebenszyklus mit den Mindset-Kenngrößen „Zeit“, „Ort“ und „Zustand“ und den Mindset-Zuständen „Typ“ und „Instanz“ begleitet wird. Denn ein Asset ist immer jemandem beziehungsweise etwas zugeordnet, was die Hierarchie-Achse anzeigt.

Wir hoffen, wir haben Sie nicht zu sehr verwirrt. Es klingt unserer Meinung nach sehr kompliziert, ist aber eine kleine Revolution in der vierten technischen Revolution. Es ist ein wichtiger Fachbegriff im Zusammenhang mit der Zukunft und wird uns und Ihnen mit Sicherheit irgendwann noch mal über den Weg laufen. Wie gut, dass wir Sie dafür schon vorbereiten konnten. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, kontaktieren Sie uns gern.

 

Ihr KRESS Redaktionsteam

 

 

 

Quellen: bvmw.de, wikipedia.de, it-business.de, experis.de, plattform-i40.de

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