Der Weg vom Reißbrett zum CAD-System

Vom Zeichenbrett bis zum Computer
Die Geschichte der Berufe des technischen Zeichners oder auch des Bauzeichners hat einen sehr alten Ursprung. Die ersten Gebäude der Menschheit wurden noch nach dem Prinzip des Try and Error gebaut, doch schon bald entwickelte sich dieses Handwerk. Als man anfing Gebäude mit Stromleitungen zu versehen und zu dämmen kam der Beruf des technischen Zeichners auf. Der Architekt zeichnete meistens nur eine Skizze und der technische Zeichner erstellte dazu die Baupläne. Zu Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert wurde das Reißbrett entwickelt.

„Reißen“ ist eine alte Bezeichnung für ritzen, schreiben, zeichnen, daher rührt der Name des Zeichenwerkzeugs.
Das Reißbrett, auch Zeichenbrett, Zeichenplatte oder Zeichenmaschine genannt, dient technischen Zeichnern, Konstrukteuren und Architekten zum Erstellen technischer Zeichnungen und Bauzeichnungen, genauer genommen zur Erstellung von Grundrissen, Aufrissen, Schnitten und Perspektivdarstellungen.
Eine technische Zeichnung ist ein vorwiegend im Maschinenbau verwendetes Dokument, das in grafischer und zum Teil auch in schriftlicher Form für die Herstellung eines Einzelteils oder die Montage zu einer Baugruppe oder der kompletten Maschine erforderlichen Informationen enthält und als Teil der technischen Produktdokumentation dient.
Nach DIN 199 wird dazu folgendes definiert: „Eine technische Zeichnung ist eine Zeichnung in der für technische Zwecke erforderlichen Art und Vollständigkeit, z. B. durch Einhaltung von Darstellungsregeln und Maßeintragungen.“ Die im Bauwesen verwendeten technischen Zeichnungen werden als Bauzeichnungen bezeichnet.

Das Hauptmerkmal des Reißbrettes ist die Sicherstellung der richtigen Winkligkeit der Linien zueinander über eine Mechanik.
Eine Zeichenmaschine besteht aus den folgenden Komponenten:
- Zeichenbrett (Formate DIN A0 – DIN A4) auf dem das Zeichenblatt befestigt werden kann
- Standfuß mit Höhen und Neigungs-Verstell Einrichtung
- Mechanik zur Führung des Zeichenkopfes (dabei werden zwei Systeme unterschieden)
   o Storchenschnabel: Scheren-Parallelogramm Führung
   o Wagensystem: dient zur Längs- und Hoch- Verstellung des Zeichenkopfes (Kantenwagen-Parallel-Führungen)
- Zeichenkopf (mit zwei Linealen: ein langes, horizontales (50 cm bei DIN A0) sowie ein kürzeres, vertikales (30 cm bei DIN A0)

Moderne Bretter wurden mit einer dünnen Metallschicht bedeckt damit die Zeichenfolie beziehungsweise das Zeichenpapier mittels Magneten befestigt werden kann und so die Gefahr des Verrutschens geringer gehalten wird. Genauigkeit hat bei der Anfertigung der Pläne oberste Priorität.
Der Zeichenkopf ist das komplexeste Einzelbauteil. Dieser dient zur Befestigung der Lineale, welche wiederrum durch die Anbringung am Zeichenkopf jede Winkel-Position zeichnen können.
Das Brett ist höhenverstellbar, die Wagen-Höhenverstellung des Zeichenkopfes auf dem Brett sowie auch der Storchenschnabel verfügen über einen Gewichtsausgleich, der ein leichtes Heben und Verfahren des Zeichenkopfes auf dem Brett ermöglicht.

Das Zeichenbrett kann durch diverses Zubehör ergänzt werden, vom Transparentpapier bis hin zu verschiedenen Tuschefüllern, Zirkeln und Schablonen, je nach Einsatz ist es spezifisch erweiterbar.
Mittlerweile hat das Reißbrett als Hilfsmittel zur Erstellung technischer Zeichnungen ausgedient. In den 1990er-Jahren wurde der Einsatz von Computern mit entsprechender Software (Computer Aided Design (CAD) eingeführt. Über die speziellen Programme haben wir bereits ausführlich berichtet.
Mit diesem Text wollten wir die Ursprünge des Bauzeichnens etwas in den Fokus rücken und uns auf die Kreativität und Präzision unserer Vorfahren konzentrieren. Denn bis heute hat die Arbeit am Zeichenbrett für viele eine meditative Wirkung. Untersuchungen ergaben, dass in der Entwurfsphase technische Lösungen, die auf Papierbasis erstellt wurden, funktional besser und kreativer waren als solche, die am Computer entstanden.

Durch seine Größe kann der Gesamtüberblick am Zeichenbrett besser behalten werden als auf Monitoren. Weitere Gründe für das Untersuchungsergebnis waren, dass man sich auf das Wesentliche einer Konstruktion konzentrieren kann und nicht so von den vielen Computer Funktionen abgelenkt ist und im Maßstab ein besseres Größengefühl hat. Dies ergaben Umfragen in einigen Ingenieurbüros.
Der größte Vorteil einer Zeichenmaschine ist bis heute die schnelle und unkomplizierte manuelle Erstellung maßstäblicher Skizzen in vorhandene Pläne und Funktionsprinzipien oder vorhandenen Entwürfen von technischen Zeichnungen. Das ist neben der Möglichkeit, große und stark detaillierte Zeichnungen, Pläne und Schemen an seinem persönlichen Arbeitsplatz zu prüfen und zu visualisieren, der wichtigste Grund, warum Zeichenmaschinen heute noch vereinzelt in Konstruktionsbüros auch als große Flipchartständer zu finden sind.
Realistischer Weise sollte aber gesagt sein, dass die Zeichenmaschine in den nächsten 10 Jahren aus den Büros sowie den Ausbildungsstätten verschwinden wird. Denn die Nachteile liegen auf der Hand, das Arbeitsergebnis ist nachweislich ungenauer und die Reproduzierbarkeit ist so gut wie nicht gegeben. Hinzukommt, dass die händische Variante wesentlich unflexibler und langsamer ist als die Computervariante.
Nicht jedes Büro hat heutzutage Platz für dieses veraltete Zeichengerät, welches mit ca. zwei Metern Breite mitsamt der Beweglichkeit des Storchenschnabels und einer Tiefe von meist deutlich über einem Meter enorm viel einnimmt.

Die Redewendung: “Etwas auf dem Reißbrett entwerfen“ wird uns allerdings noch lange bleiben und bedeutet so viel, wie etwas ist genauestens geplant und durchdacht. Man kann Städte auf dem Reißbrett entwerfen oder aber Finanzpläne oder Fernsehserien.
Wir hoffen, Ihnen hat unsere kurze Exkursion in die Vergangenheit gefallen. Freuen Sie sich auf weitere, spannende Berichte rund um das Thema Maschinen- und Anlagenbau.
Quellen: Duden, Wikipedia

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