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Der beste Platz im Großraumbüro

Momentan sitzen viele von uns im Homeoffice und wünschen sich ins Büro zurück. Überlegen Sie mal, wie war das eigentlich im Büro? Wer sitzt mir gegenüber? Was sehe ich in meinem unmittelbaren Sichtfeld? Tut es mir gut? Oder macht es mich vielleicht krank? War ich effektiver zu Hause? Oder doch im Büro?

Grundsätzlich gelten Großraumbüros als Zukunft des Büroalltags, sind gleichzeitig jedoch auch sehr umstritten. Die Konzentration in einem Büro voller Menschen gilt als eingeschränkt, die Teamarbeit leidet und die Produktivität lässt nach. Dennoch halten viele Unternehmen aus Platzgründen daran fest, ebenso ist ein flexible office in einem Großraumbüro sehr viel einfacher umzusetzen. Bei dem Model flexibles office handelt es sich um eine Variante der Arbeitsplatzteilung. Die Mitarbeiter haben keine festen Plätze mehr, sondern setzen sich an die Arbeitsplätze die frei sind. So können die Unternehmen Quadratmeter einsparen, denn in einem großen Unternehmen hat man immer jemanden, der im Urlaub, auf Geschäftsreise oder krank ist. Diese Arbeitsplätze können in Abwesenheit des Mitarbeiters genutzt werden.

Aber zurück zum Großraumbüro.

Britische Wissenschaftler haben sich auf die Suche gemacht und erstellten eine sehr interessante Studie zu diesem Thema.

Die Forscher des britischen University College London fanden heraus, dass es durchaus wichtig ist, wo man sitzt und was man sieht. Das Team der Architektin Kerstin Sailer analysierte 2018 vier Etagen einer Londoner Zentrales eines internationalen Technologieunternehmens. Die Angestellten des Unternehmens wurden zu ihrer Zufriedenheit mit ihrem Arbeitsplatz und den Besprechungsräumen befragt. Zusätzlich wurden spezifische Informationen über die Sitzposition aller Teilnehmer dokumentiert. Die Auswertung der Daten ergab, dass Angestellte mit einer höheren Anzahl an Schreibtischen im Sichtfeld ihre Arbeitsplatzumgebung weniger positiv bewerteten. Relativ klar kristallisierte sich heraus, dass mit jedem Schreibtisch im Sichtfeld mehr die Motivation für eine gute Bewertung sank. Gründe für dieses Ergebnis können sein, dass die verstellte Sicht ablenkend auf die Teilnehmer wirke und es schwieriger sei, mit Kollegen zu sprechen, ohne andere zu stören.

Die Teilnehmer empfanden es ebenfalls als negativ, wenn sich in ihrem Rücken viele Kollegen aufhielten und die Schreibtische vom Hauptraum abgewandt standen. Die Wissenschaftler stellten hier die Vermutung an, dass eine solche Sitzposition zu einem Gefühl mangelnder Kontrolle über die Umgebung führen könnte. Die Betroffenen in der Studie neigten insgesamt dazu, Aspekte wie den Austausch von Informationen mit anderen, die Teamidentität und den Zusammenhalt als negativ zu bewerten.

Sollten Sie also in einem solchen Büro sitzen, legen Sie ihrem Chef doch die Studie vor, die im Fachblatt PLOS One erschien.

Wie mit vielen Dingen auf der Welt zählt wohl ein gesundes Mittelmaß als das Nonplusultra. Die zufriedensten Kollegen waren diejenigen, die in einem Büro mit vier Personen saßen und zusätzlich einen Tag in der Woche einen Homeoffice Tag einlegen konnten.

Hoffen wir, dass sich dieses Model als zukunftsweisend erweist. Natürlich spielen auch noch viele andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel wie viel Privates am Arbeitsplatz liegt und wie aufgeräumt dieser sein muss, um effektiv zu arbeiten. Darüber berichteten wir bereits.

 

 

Quellen: golem.de, wikipedia.de, handelsblatt.de


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