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Weihnachtstraditionen in der Corona Zeit

Wir leben in seltsamen Zeiten. Das ganze Jahr freuen wir uns auf Weihnachten, da das in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft oftmals die einzige Möglichkeit ist, an der wir zur Ruhe kommen und unsere Lieben treffen können. Man stelle sich vor, Weihnachten ohne Oma, Opa, den verrückten Onkel und die spendable Tante. So wird es aber dieses Jahr kommen. Einige Traditionen können wir dennoch fortführen. Schon in der Vorweihnachtszeit.

Dieses Jahr werden die Weihnachtsmärkte ihre Pforten nicht öffnen, das war sonst immer der Startschuss für die Weihnachtszeit. Somit wird die vorweihnachtliche Zeit eine andere Tradition einleiten.

Der Adventskranz

Vier Wochen vor Weihnachten am 1. Advent stellen wir ihn auf und zünden die erste Kerze an. An jedem Adventsonntag kommt eine weitere Kerze dazu bis an Heilig Abend alle vier Kerzen leuchten. Der Adventskranz wurde 1839 von dem Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern der evangelischen Diakonie erfunden, er bastelte ihn damals für Straßenkinder, um ihnen die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen. Es war ein Wagenrad mit 4 großen weißen und 20 roten kleinen Kerzen geschmückt, am 1. Advent 1839 wurde er an der Decke des Rauhen Hauses in Hamburg aufgehängt und jeden Tag wurde eine Kerze angezündet. 1860 wurde das Rad zusätzlich mit Tannengrün geschmückt.  In der evangelischen Diakonie ist der Kranz bis heute als Wichernkranz bekannt.

Erst 100 Jahre nach seiner Erfindung erreichte die Tradition auch die katholischen Gegenden. Heute ist der Kranz aus den Haushalten jeder Religion und Lebensweise nicht mehr wegzudenken. In allen Variationen, Farben und Formen werden sie aufgestellt und die Tage bis Weihnachten gezählt. Der kalten Jahreszeit wird drinnen gemütlich mit Kerzenschein gestrotzt. Auch viele Unternehmen stellen einen Kranz auf, um die Weihnachtszeit einzuläuten.

Nikolaus

Am Vorabend des 6. Dezembers stellen viele Kinder ihre blank geputzten Schuhe vor die Türe um sie vom Nikolaus mit kleinen Geschenken, Süßigkeiten und Nüssen füllen zu lassen. Doch woher kommt diese Tradition? Gab es den Nikolaus wirklich? Ja tatsächlich, er war ein angesehener Bischoff und hieß Nikolaus von Myra. Er lebte 280 n. Chr. in der Türkei. Der Bischof war bekannt für seine guten Taten. So spendete er sein gesamtes Erbe an arme Kinder und Hilfsbedürftige. Die Legende besagt, dass er auch 3 Jungfrauen vor der Sklaverei rettete, in dem er ihnen drei Goldstücke heimlich zustecke. Er soll seine Heimatstadt Myra vor der Hungersnot gerettet haben und Seeleute aus einem schweren Sturm. Viel geschichtliches Wissen gibt es über den Nikolaus von Myra jedoch nicht. Wissenschaftler sind sich einig, dass das heute verehrte Bild des Nikolaus auf zwei geschichtliche Figuren zurückführt. Im Laufe der Zeit verschmolz die Überlieferung von Nikolaus von Myra und dem gleichnamigen Abt Nikolaus. Der Namenstag des heiligen Nikolaus ist gleichzeitig sein Todestag der 6. Dezember.

Weihnachtslieder

Geschichtlich sind die Weihnachtslieder alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden. Wir haben die bekanntesten drei ausgesucht und näher betrachtet.

O Tannenbaum

Der Ursprung des Liedes liegt um 1824 in Leipzig. Der Kantor Ernst Anschütz der Leipziger Neukirche war mit Weihnachtvorbereitungen beschäftigt, als Lehrer vieler Kinder wollte er ihnen etwas bieten. So suchte er nach einem Lied, welches sie einstudieren konnten. Er fand das Liebeslied von Joachim August Zarnack „O Tannenbaum“. In dem traurigen Lied wurde der Tannenbaum als immergrüner, treuer Begleiter besungen, im Gegensatz zu seiner untreuen Geliebten. Doch mittlerweile war der geschmückte Tannenbaum auch ein beliebter Weihnachtsbrauch und so machte sich der Kantor ans Werk und formte das traurige Liebeslied zu einer Ode an den Weihnachtsbaum um.

Doch erst nach dem zweiten Weltkrieg wird das Lied in Deutschland populär. Mittlerweile gibt es auch eine englische und eine französische Version.

Morgen kommt der Weihnachtsmann

1835 schrieb Heinrich Hoffmann von Fallersleben das Lied in seinem Lehrstuhl in Breslau. Der damals End-Dreißiger, unverheiratete und kinderlose Deutschprofessor arbeitete an einer Wiegenliedersammlung. Dazu versetzte er sich in seine Kindheit zurück und überlegte was er sich alles wünschen würde. Bis zu diesem Zeitpunkt kam immer das Christkind, doch in einigen Regionen entstand aus dem St.Nikolaus und dem holländischen Sinterklaas der Weihnachtsmann. Vor allem in bürgerlichen Haushalten wurde der dicke Mann mit weißem Bart immer beliebter. Das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ ist das erst bekannte Zeugnis des neuen Geschenkebringers und hat einen großen Anteil an seiner heutigen Beliebtheit. Die Melodie stammt aus einem französischen Salonlied, welches schon Mozart spielte.

Ihr Kinderlein kommet

Der Pfarrer einer Allgäuer Kirche schrieb das Gedicht für seine Lehrkinder, um ihnen die Geschichte von Weihnachten etwas bildhafter näher zu bringen. Ende des 18. Jahrhunderts schrieb Christof von Schmid das Gedicht, nachdem eine Schar von Kindern ihm aufmerksam lauschte, als er versuchte die Weihnachtsgeschichte in kindgerechter Sprache zu transportieren. Damals hieß das Gedicht noch „Die Kinder bey der Krippe“.

Erst Jahre später findet der Volkschullehrer Friedrich Hermann Eickhoff das Gedicht und unterlegt es mit einer bekannten Melodie. Diese stammt eigentlich aus dem Frühlingslied „Wie reizend, wie wonnig“. Eickhoff hatte hervorragende Kontakte und war mit der Verlegers Tochter von Carl Bertelsmann verheiratet. Dieser veröffentlichte sein Lied ein einem bekannten Liederbuch und so wurde „Ihr Kinderlein kommet“ zu dem berühmten Weihnachtslied, was es heute ist.

Lieder singen, das Haus schmücken und die Schuhe füllen, können wir alle machen, ohne uns mit vielen Menschen zu treffen und so andere und uns selbst gefährden. Daher ist unser Tipp an Sie: erinnern Sie sich der alten Traditionen und genießen Sie die Zeit so gut es geht. Machen Sie es sich schön zu Hause und stimmen sich mit ein paar Liedern auf Weihnachten ein. Wir wünschen Ihnen eine erholsame und besinnliche Vorweihnachtszeit.

 

Quelle: wikipedia.de, vivat.de, homify.de


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