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Der Beruf des Technikers und Technischen Zeichners
Den Beruf des Technikers gibt es eigentlich nicht. Das heißt, man kann ihn in keiner Ausbildung oder Studium erlernen. Vielmehr ist es eine Aufstiegsweiterbildung unter der Voraussetzung einer Berufsausbildung und mindestens einem Jahr Berufserfahrung. Der staatlich geprüfte Techniker wird für ca. 60 Fachrichtungen ermöglicht.

Die Weiterbildung wird an Fach- und Technikerschulen angeboten. Deutschlandweit gibt es mehrere Hundert dieser Schulen. Viele Schulen bieten verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten an. Man kann zwischen Vollzeit-, Teilzeit- oder Fernstudium wählen. Je nach dem für welche Variante man sich entschieden hat, dauert die Fortbildung zwischen 2 und 4 Jahren. Am Ende wird eine Abschlussprüfung absolviert. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Je nach Fachrichtung sind die Lehrinhalte unterschiedlich. Lediglich in den Bereichen Kommunikation, Betriebswirtschaft und Englisch überschneiden sich die Inhalte. Wie schon erwähnt gibt die Agentur für Arbeit 62 Fachrichtungen für die Weiterbildung des staatlich geprüften Technikers vor. In diesen Fachrichtungen kann man sich zusätzlich spezialisieren, so dass es insgesamt 141 Möglichkeiten für diese Weiterbildung gibt. Die beliebtesten Richtungen sind hierbei mit Abstand Elektrotechnik, Maschinentechnik und Bautechnik. Aber auch in der Lebensmittel- und Bekleidungsbranche kommen Techniker zum Einsatz. Als eher ausgefallene Bereiche sind zu nennen Keramiktechnik, Glastechnik oder Papiertechnik.

Der Techniker erweitert seine bisherigen fachlichen Kompetenzen und ergänzt diese mit betriebswirtschaftlichem Wissen. So ist der Techniker nicht nur in der Lage, die Maschinen seiner Abteilung herzustellen und zu warten, sondern kann auch die Arbeitsabläufe optimieren und mit anderen Abteilungen und Kunden kooperieren. Auch die Ausbildung von Lehrlingen können anerkannte Techniker übernehmen.

Nach einer absolvierten Weiterbildung zum Techniker erhält man in der Regel neue Aufgaben in seinem ursprünglichen Berufsfeld. Oft übernimmt man zusätzlich mehr Verantwortung und kann im mittleren bis gehobenen Management eingesetzt werden.

Im Gegensatz zum staatlich geprüften Techniker, ist der technische Zeichner nach wie vor ein Ausbildungsberuf. Der Beruf des technischen Zeichners schafft die Basis für die Entwicklung von neuen technischen Gerätschaften und Produkten. Sie setzen Vorgaben von Konstrukteuren/innen in Pläne und technische Unterlagen um. Technische Zeichnungen werden insbesondere für den Neubau, die Entwicklung und Modernisierung von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen eingesetzt.

Wie die gesamte Branche, entwickelt sich auch der Beruf des technischen Zeichners weiter und wurde daher im August 2011 aufgeteilt in Technischer Systemplaner und Technischer Produktdesigner. Zu den Kernaufgaben beider Berufe gehören das Fertigen von Modellaufnahmen und Skizzen, das Erstellen von normgerechten Fertigungszeichnungen von Bauteilen und Baugruppen in verschiedenen Ansichten, sowie das Erstellen von Plänen. Aufgrund der enormen technischen Entwicklung der letzten 30 Jahre, hat auch das Berufsbild sich stark verändert. Früher erstellten technische Zeichner die zeichnerischen Unterlagen, welche als Grundlage für die Montage und Fertigung dienten. Heute sind Ausfertigung und Konstruktion viel enger miteinander verbunden. Das Zeichnen am Reißbrett wurde beinahe vollständig von CAD-Programmen abgelöst. Die digitalen Daten gehen nun unmittelbar vom Rechner des Konstrukteurs in die Produktion ein. Darüber haben wir bereits berichtet.

Nach wie vor erstellen Technische Systemplaner und Technische Produktdesigner Zeichnungen und technische Dokumentationen. Sie arbeiten mit CAD-Systemen und nehmen Aufträge von Konstrukteuren/innen entgegen. Auf dieser Basis fertigen sie, anhand der in den Aufträgen enthaltenen Vorgaben, Skizzen, Entwürfe und detaillierte Konstruktions- bzw. Montagepläne, beispielsweise für Werkzeugmaschinen oder Anlagen. Dabei müssen sie die gängigen Zeichnungsnormen beachten und zweckmäßige Bemaßungen eintragen. Zusätzlich erstellen sie Montagepläne und Stücklisten für die Fertigung und berechnen Maße und Kennwerte. Sie verwalten die unterschiedlichen Zeichnungsversionen eines Projekts und sichern die dazugehörigen Daten.

Während staatlich geprüfte Techniker durchaus auch für Kundenkontakt oder Außendienst eingesetzt werden, arbeiten die „Technischen Zeichner“ ausschließlich im Büro, in der Regel in einem größeren Team.

Sie sehen die Welt der technischen Berufe ist sehr groß und weitläufig. In den kommenden Beiträgen werden wir Ihnen auch die Berufe des Konstrukteurs und Ingenieurs näherbringen. Alle unweigerlich eng miteinander verbunden und doch gibt es feine Unterschiede in den Aufgabenfeldern.


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